Vom Nebenberuf zum Hauptberuf

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Heute gibt es etwas spannendes zu berichten.
Ich gehe den nächsten Schritt auf dem Weg der Selbstständigkeit.
Nach nur 6 Monaten werde ich mein Gewerbe nun hauptberuflich ausüben.
Zum 01. April 2019 habe ich mich also getraut und mich hauptberuflich selbstständig gemacht.
Ja, dieser Schritt fällt gar nicht so leicht.
Etwas mehr wie 5 Jahre war ich nun in Elternzeit und es fühlt sich komisch an diesen Schritt zu gehen.
Meine Tätigkeit als Bankfachwirtin habe ich an den Nagel gehängt um mich nun auf mein Business zu konzentrieren.
Ich zeige euch, auf was man alles achten muss.

1. alte Tätigkeit aufgeben

Um hauptberuflich durchstarten zu können, muss man natürlich sein bis dahin bestehendes Arbeitsverhältnis kündigen.
In meinem Fall war dies nun nicht ganz so schwierig, da ich schon seit Anfang 2014 in Elternzeit gewesen bin und durch einen Umzug auch zu weit weg gewohnt habe um meinem Beruf weiter nachgehen zu können.
Ein kurzer Anruf in der Personalabteilung und die Sachlage erläutert und schon war der Aufhebungsvertrag auf dem Weg zu mir.
Diesen mit einem etwas wehmütigem Gefühl unterschrieben und weggeschickt – schon war ich ohne Arbeit.

2. Gewerbeummeldung

Wenn du deine Entscheidung getroffen hast, dann musst du dies natürlich auch noch dem Gewerbeamt mitteilen.
Für eine Gewerbeummeldung kommen nochmals Kosten in Höhe einer normalen Anmeldung auf dich zu.
Wenn du dein Tätigkeitsfeld erweitern möchtest, dann gib dies gleich mit an.
Denn jede spätere Änderung kostet nochmals Gebühren!

3. Arbeitsamt und Jobcenter – Förderungsmöglichkeiten

Es ist möglich, Zuschüsse von der Agentur für Arbeit oder auch vom Jobcenter zu bekommen.
Die Voraussetzungen hierfür sind verschieden.

3.1. Agentur für Arbeit – Existenzgründungszuschuss

Um den Existenzgründungszuschuss (Exi) zu bekommen, muss man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Heißt, max. 14 Std. im Nebenberuf tätig sein und ansonsten dem Markt zur Verfügung stehen.
Für Personen mit guter Ausbildung stellt dies ein größeres Problem dar, da man vermittelbar ist und somit keine Chance auf den Exi hat. Denn diesen bekommen meistens Personen, die keine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.
Und genau hier lag das Problem für mich:
– mein Gewerbe lief zu gut
– ich bin zu gut ausgebildet und hätte mich bewerben müssen

Somit war die Förderung von meinem ALG1-Anspruch plus 300€ Zuschuss weg.
Jetzt hatten wir das „Glück“ noch ALG2 zu bekommen.

3.2. Jobcenter – Einstiegsgeld

Für Personen, die kein ALG1 bekommen sondern ALG2 besteht die Möglichkeit Einstiegsgeld zu beantragen.
Hier sind die Fördermöglichkeiten deutlich geringer als beim Exi, aber es ist trotzdem noch besser, als ohne jegliche Zuschüsse zu starten.
Nach einem Anruf beim Jobcenter und einem Termin beim Arbeitsvermittler, in dem man darlegt was man machen möchte und wie die Aussichten sind (mündlich und schriftlich) bekommt man einen sogenannten „Aktivierungs- und Vermittlergutschein“
Mit diesem geht man dann zu einer „Fachkundigen Beratungsstelle“ und lässt sein Vorhaben auf Herz und Nieren prüfen. Im Anschluss wird (wie beim Exi auch) ein Businessplan und eine Rentabilitätsplanung gemacht.
Befindet das Jobcenter das alles für ausreichen und zukunftsorientiert, bekommt man das Einstiegsgeld.

4. Krankenversicherung

Ja, die Krankenversicherung ist ein großer Punkt im Bereich der Selbstständigkeit.
Man muss sich zuerst entscheiden ob man in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben möchte oder ob man in die Private wechseln möchte.
Als gelernte Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, die auch Kunden in diesem Bereich betreut, erlaube ich mir über diese Entscheidung kein Urteil.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden und es kommt auf viele Faktoren an.
Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung richten sich nach dem voraussichtlichen Einkommen.
Der Beitrag in der Privaten sind individuell nach Versicherung, Tarif, Alter usw. abhängig.
Wichtig ist, dass ihr euch rechtzeitig darum kümmert und auch vergleicht.
Denn mit Beginn der Selbstständigkeit bzw. mit Wegfall des ALG2-Anspruches musst du dich selbst um deine Versicherung kümmern.
Hast du keine, können hohe Strafen auf dich zukommen.
Gehe deswegen zu einem Makler und/oder deiner gesetzlichen Versicherung und informiere dich!

Ich werde euch auch weiter auf dem Weg meiner Selbstständigkeit teilhaben lassen und hoffe, so einigen angehenden VA’s (oder auch weiteren Selbstständigen) viele Fragen vor ab zu beantworten und auf die Möglichen Probleme dieser hinzuweisen.

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